Das Thema Sicherheit ist für willhaben sehr wichtig. Daher versuchen wir mit vielen unterschiedlichen Mitteln, dich vor dubiosen Angeboten und Inhalten zu schützen. Die Realität ist leider, dass man nicht 100%ig vor Betrug geschützt ist.
Daher ist es uns wichtig im Ernstfall, dich an die Hand zu nehmen und zu unterstützen, falls du eine geschädigte Person einer kriminellen Handlung bist.
Du hast gerade bemerkt, dass du betrogen wurdest?
Dann bist du wahrscheinlich gerade verunsichert, wütend, enttäuscht oder vielleicht auch beschämt.
Betrüger nutzen gezielt Vertrauen, Zeitdruck, Hilfsbereitschaft und überzeugend wirkende Geschichten aus. Sie versuchen, ihre Opfer dazu zu bringen, etwas zu tun, was sie unter normalen Umständen vielleicht nicht getan hätten.
Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt für Selbstvorwürfe. Du musst dich dafür nicht schämen!
Wichtig ist, was du jetzt tun kannst. Wir begleiten dich Schritt für Schritt.
1) Brich den Kontakt ab
Wenn du noch mit der Person in Kontakt stehst: Beende die Kommunikation!
- Antworte nicht mehr auf Nachrichten (oder Anrufe).
- Klicke nicht mehr auf gesendete Links.
- Gib keine weiteren persönlichen Daten bekannt.
- Lass dich nicht zu weiteren Zahlungen oder Handlungen drängen.
2) Erst einmal durchatmen
Vielleicht denkst du gerade:
„Wie konnte ich darauf hereinfallen bzw. warum habe ich das gemacht?“
„Das hätte ich doch merken müssen.“
Solche Gedanken sind nach einem Betrug völlig verständlich. Betrüger sind darauf spezialisiert, Menschen zu täuschen. Sie verwenden beispielsweise gefälschte Profile, manipulierte Nachrichten, gefälschte Webseiten, Zeitdruck oder scheinbar plausible Geschichten.
Dass jemand dich getäuscht hat, macht dich nicht dumm oder naiv. Der Betrug war die Entscheidung des Täters.
Jetzt geht es darum, weiteren Schaden zu verhindern und die richtigen Stellen zu informieren.
3) Sichere zuerst, was noch zu sichern ist
Lösche keine Nachrichten, Chats oder andere Informationen (z.B.: Inserate, etc.), sondern sichere so viele Beweise wie möglich für ermittelnde Behörden.
Zum Beispiel:
- Screenshot Inserat (inkl. Sichtbarkeit des willhaben-Codes)
- Screenshot Kommunikation, die über den willhaben-Chat geführt wurde
- Screenshot Kommunikation, die eventuell über einen externen Messenger (z.B.: WhatsApp) geführt wurde
- Benutzername und Link des Userprofil
- Telefonnummer
- Überweisungsbestätigungen
Auch scheinbar unwichtige Informationen können später für die Aufklärung des Falls hilfreich sein.
4) Hast du Geld oder Zahlungsdaten weitergegeben?
Dann solltest du so schnell wie möglich handeln!
Du hast eine Überweisung durchgeführt?
- Kontaktiere sofort deine Bank und schildere den Sachverhalt. Je schneller die Bank informiert wird, desto eher kann geprüft werden, welche Maßnahmen noch möglich sind.
Du hast Kreditkarten- oder Bankdaten bekannt gegeben?
- Kontaktiere deine Bank bzw. dein Kreditkartenunternehmen über einen offiziellen Kontaktweg.
- Nicht über eine Telefonnummer oder einen Link aus der verdächtigen Nachricht.
- Die Bank kann mit dir besprechen, welche Sicherheitsmaßnahmen in deinem Fall notwendig sind.
Du hast eine TAN oder Zahlung in einer Banking-App bestätigt?
- Informiere deine Bank sofort darüber.
- Auch wenn du noch keinen finanziellen Schaden feststellen kannst, solltest du nicht einfach abwarten.
5) Hast du dein willhaben-Passwort weitergegeben?
Dann ändere das betroffene Passwort so schnell wie möglich.
Wenn du dasselbe Passwort auch bei anderen Diensten verwendest, ändere es dort ebenfalls.
Besonders wichtig ist dein E-Mail-Konto, weil darüber häufig weitere Konten zurückgesetzt werden können.
6) Erstatte Anzeige bei der Polizei
Wenn du Opfer eines Betrugs geworden bist, solltest du den Vorfall bei der nächstgelegenen Polizei anzeigen. In Österreich kannst du dich dafür an jede Polizeidienststelle wenden.
Nimm möglichst alle Informationen mit, die du gesammelt hast:
- Screenshot der betrügerischen Anzeige inkl. des willhaben-Codes
- Screenshot der Kommunikation, die über den willhaben-Chat oder externe Messenger (wie WhatsApp) geführt wurde
- Zahlungsbelege
- ev. Telefonnummer, über dieser der Kontakt stattfand
- Angabe Phishing Link
Die Informationen können für die Ermittlungen und die Verbindung mit anderen Fällen relevant sein.
Auch wenn du glaubst, dass das Geld nicht mehr zurückgeholt werden kann, ist eine Anzeige sinnvoll!
7) Melde den Betrug auch uns
Melde uns das betroffene Inserat bzw. Profil oder die Kommunikation direkt! In all unseren Kontaktpunkten besteht die Möglichkeit, die Inhalte zu melden (z.B.: Anzeige melden / Profil melden / Kommunikation melden)
Deine Meldung hilft uns, weitere Nutzer vor demselben Täter oder derselben Masche zu schützen.
8) Vorsicht vor dem zweiten Betrug
Leider endet ein Betrug nicht immer mit dem ersten Kontakt. Wenn Betrüger wissen, dass jemand bereits Geld verloren hat, können sie später erneut Kontakt aufnehmen.
Ein sogenannter „Recovery Scam“ ist ein weiterer Betrugsversuch, bei dem Täter vorgeben, verlorenes Geld zurückholen zu können. Hier werden Versprechungen in gefälschten Bank- bzw. Polizeinachrichten gemacht wie:
- „Überweisen Sie uns den Betrag, damit wir die Rückzahlung freigeben können.“
- „Wir können Ihr Geld zurückholen.“
- „Wir haben den Täter gefunden.“
Wer Geld verloren hat, sollte niemals Geld an eine unbekannte Person überweisen, die eine Rückholung des verlorenen Geldes verspricht.
Zusammenfassung:
Kontakt abbrechen
Beweise sichern
willhaben informieren
Bank informieren
Anzeige bei der Polizei erstatten
Die genutzten Konten absichern
Vorsicht vor weiteren Kontaktierungen
Bei Unsicherheit - frage eine Vertrauensperson um Hilfe
Und noch etwas ist wichtig:
Vielleicht schämst du dich gerade und hast Angst, was andere denken. Aber Betrug kann Menschen in ganz unterschiedlichen Situationen treffen.
Du bist nicht der Täter. Du bist die Person, die getäuscht wurde. Versuche deshalb, dir nicht selbst die Schuld zu geben. Es ist völlig in Ordnung, jetzt Hilfe zu holen und jemanden um Unterstützung zu bitten – etwa eine Vertrauensperson, deine Bank oder die Polizei.
Der wichtigste Schritt ist, jetzt zu handeln!